Urška Kop, Obfrau des Verbandes der Kulturvereine der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien, sagte in ihrer Eröffnungsrede: „Der Verband ist heute ein wichtiges Bindeglied zwischen deutschsprachigen und slowenischen Frauen und Männern; er ist ein wichtiges Bindeglied im Dialog zwischen offiziellen Institutionen und der noch immer in Slowenien lebenden autochthonen deutschen Minderheit. Mit dem heutigen Konzert möchten wir betonen, dass die Deutschsprachigen im Gebiet der heutigen Republik Slowenien weiterhin friedlich mit der slowenischsprachigen Mehrheit zusammenleben. Mit solchen Kulturveranstaltungen wollen wir die noch lebendige Gottscheer Sprache bewahren und fördern, die nach den Kriterien der UNESCO zu den am stärksten gefährdeten Sprachen zählt. Ich wünsche Ihnen einen schönen und fröhlichen Abend mit der Musik, die uns verbindet“, so Urška Kop.
Das Adventskonzert in der St.-Jakobs-Kirche am Rande der Altstadt von Ljubljana war gut besucht; die wunderschöne, akustisch hervorragende Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die deutschsprachige Bevölkerung Sloweniens möchte ihre kulturelle und sprachliche Vielfalt wie auch ihre gemeinsame Geschichte mit Kulturveranstaltungen einem breiteren Publikum präsentieren. „Die deutschsprachige Bevölkerungsgruppe lebt seit dem 10. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Sloweniens, in zwei ehemals vollständig deutschsprachigen Gebieten: in der Region Gottschee und im Abstaller Feld. Auch die größeren Städte waren bis zum Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie überwiegend deutschsprachig. Im Königreich Jugoslawien war die deutsche Minderheit als autochthone Minderheit anerkannt. Wir bedauern, dass dieser Status in der Republik Slowenien nicht anerkannt wird. Heute vereint der Verband der Kulturvereine der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien neun Vereine, die zerstreut im ganzen Land arbeiten“, so die Obfrau des Verbandes, Urška Kop. Sie betonte noch die besondere Bedeutung des Erhalts des kulturellen Erbes: „Als autochthone Minderheit setzen wir uns für den Erhalt unseres kulturellen und sprachlichen Erbes ein, fördern Mehrsprachigkeit und präsentieren die Vielfalt unserer Kultur durch unsere Veranstaltungen einem breiteren Publikum.“
Zurück zum Konzert. Im ersten Teil präsentierte sich der Gesangschor des Gottscheer Altsiedler Vereins aus Krapflern, der seit vielen Jahren unter der künstlerischen Leitung von Chorleiterin Ani Jankovič Šober arbeitet. Sie sangen vier Lieder im Gottscheer-Dialekt, woraufhin uns der Obmann des Vereins, Primož Primec, den Inhalt der Lieder in Gottscheer -Sprache erläuterte. Die Titel in der Gottscher-Sprache lauten: Maria bill bondern, Da Meerarin, Main Dearfle und Pain Roashnprünn.
Im zweiten Teil des Konzerts präsentierte sich der Hugo-Wolf-Kammerchor, der dem Kulturverein der deutschsprachigen Frauen Brücken Marburg angehört. Sie widmeten ihren Teil des Konzerts ihrer Obfrau Veronika Haring, die sich derzeit im Krankenhaus befindet, und nicht wie üblich dabei sein kann und wünschten ihr schnelle und gute Besserung.
Der Kammerchor unter der Leitung von Chorleiter Aleš Marčič brillierte sich in der Advent- und Weihnachtszeit bewusst mit vorrwiegend geistlichen Kompositionen. Meta Podlesnik Marčič, Chormitglied und Komponistin, wagte diesmal ihr Dirigierdebüt und meisterte diese neue Aufgabe mit Bravour.
Während und nach dem Konzert konnte man einen original geschmückten Weihnachtsbaum bewundern, der im Stil des ersten slowenischen Weihnachtsbaums von 1845 aufgestellt wurde. Dieser Weihnachtsbaum gehört zum slowenischen Kulturerbe; der erste Weihnachtsbaum, wie wir ihn heute kennen, wurde 1845 von dem deutschen Brauer Peter Luelsdorf in seiner Brauerei in Laibach aufgestellt. Ein fester Bestandteil des diesjährigen Adventskonzerts war daher auch ein Weihnachtsbaum aus dem Gottscheer-Wald, der traditionell mit Kerzen, Strohsternen, roten Äpfeln, Lebkuchen, vergoldeten Walnüssen und spanischen Windspielen geschmückt war. Die Beliebtheit dieses Baumes lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen und ist der österreichisch-ungarischen Prinzessin Henriette von Nassau-Weilburg zu verdanken.
Im Anschluss an das Konzert erklärte uns der Obmann der Ethnologischen Gottscheer Vereins Laibach Ivo Vrhunc den bereits traditionellen mehrsprachigen Gottscheer-Kalender, den die Zuhörer nach dem Konzert beim Verlassen der Kirche kostenlos mitnehmen konnten.
Am Ende möchten wir noch zu den persönlichen Dankworten die Anerkennungen hinzufügen, dass ein solches, mittlerweile traditionelles Konzert tatsächlich den wahren Beginn der Advent- und Weihnachtszeit markiert, das auch in Slowenien und in der Slowenischen Sprache Tradition hat – im Gegensatz zur „Balkanmusik“ bei den Ljubljana Neujahrsständen auf dem Prešeren-Platz.
Ja, nicht nur die Sprache, sondern vor allem jahrhundertelange Tradition und Kultur verbinden uns.
Text Jan Schaller
Foto Rok Mihevc
Präsidentin/Vertreterin des Verbandes: Urška KOP
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