KULTURVEREIN DEUTSCHSPRACHIGER FRAUEN "BRÜCKEN"

Der Kulturverein deutschsprachiger Frauen »Brücken« wurde über die Initiative von in Marburg und Umgebung lebenden deutschsprachigen Einwohnern Sloweniens im Jahre 2000 gegründet. Zielsetzung des Vereines ist die Erhaltung von sprachlichen, ethnischen und kulturellen Merkmalen der deutschsprachigen Einwohner von Slowenien, in erster Linie jedoch die Anerkennung der deutschen Minderheit. In diesem Sinne werden die Kontakte zwischen den Deutschsprachigen in Slowenien und in der Welt und ihren Nachkommen vertieft und erweitert, der Verein bemüht sich um die Herstellung von Verbindungen auch mit anderen Volksgruppen im Gebiet von Slowenien.

Der Verein bietet im Rahmen seiner Tätigkeit Deutschkurse für Erwachsene und Kinder sowie andere zahlreiche Weiterbildungen wie Malkurse und Computerkurse für Erwachsene an. Jedes Jahr veröffentlichen wir einen zweisprachigen Sammelband mit literarischen Beiträgen der deutschen Minderheit und veranstalten das schon traditionelle Dezemberkonzert, Leseabende und Kunstausstellungen. Im Rahmen des Vereins ist der Kammerchor Hugo Wolf aktiv. Wir bemühen uns um eine politisch unabhängige Bewertung des Beitrags, den bedeutende Marburger mit deutschen Wurzeln zur slowenischen und deutschen Kultur geleistet haben. Diese waren über Jahrhunderte in Maribor schöpferisch miteinander verflochten und wurden in unglücklichen Momenten der Geschichte leider auch öfter getrennt. Unser Wunsch ist es zu zeigen, dass unsere Stadt im gleichen Maße multikulturell war wie andere bedeutende mitteleuropäische Städte, und dass wir uns, indem wir dies vergessen oder manchmal sogar verneinen, einen großen Schaden zufügen.

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Veronika Haring

Wann die erste Begegnung mit ihr war, kann ich nicht mehr genau nachvollziehen. Aber folgender Absatz ihres Referates beim Minderheitentreffen zu Pfingsten 2009 im Karl Brunner Europahaus Neumarkt prägt die Begegnung bis heute: „Die slowenische Verfassung ist hinsichtlich der nationalen Minderheiten sehr restriktiv und beschränkt den Begriff auf die beiden verfassungsmäßig anerkannten Minderheiten – die italienische und die ungarische, die in einem genau festgelegten geographischen Raum leben, und auf die spezifische Gemeinschaft der Roma. Die Angehörigen anderer Völker genießen nur Individualrechte und können sich nicht auf den verfassungsmäßig anerkannten Status einer nationalen Minderheit berufen…“. So eine „Angehörige anderer Völker“ ist Veronika Haring – sie gehört der deutschsprachigen Volksgruppe an. Genau genommen ist Veronika slowenische Staatsbürgerin, geboren 1948 in St. Jakob in den Windischen Büheln, Untersteiermark / Slowenien – Angehörige der verbliebenen deutsch-untersteirischen Minderheiten und lebt in Marburg.

Oftmals gehört und immer wieder bewegt mich ihre Geschichte, wie sie im Alter von 14 Jahren erfuhr, dass ihr Vater Deutsch-Untersteirer war. Ich darf ihre Worte zitieren: „…am ersten Schultag in der Berufsschule in Marburg verlas der Lehrer die Liste der anwesenden Schüler und meinte: Haring! Was machst du denn hier? Wer sind deine Eltern? Du bist ja eine Du bist ja eine Deutsche!“ Zu Hause wurde ihr erklärt, dass ihr Großvater in Graz geboren war und dass er mit der Großmutter, die ebenfalls deutscher Abstammung war, noch während der Österreichisch- Ungarischen Monarchie in die Windischen Büheln übersiedelte. Sie erfuhr auch, dass der Großvater am Isonzo für die Monarchie gekämpft hat. „Aber sei still und sag niemandem etwas!“ und ergänzte zu ihrer Entdeckung, damals wagte man nicht, deutsch zu sprechen.

Danach erst sei ihr klar geworden, warum sie alle im Dorf schief ansahen. Wegen ihrer Abstammung musste sie in der Schule immer mehr leisten als jene, die keinen deutschen Namen trugen. Sie erzählt weiter: „Und da ich nun einmal eigensinnig bin, wie es sich für einen Steinbock gehört, sagte ich mir, wenn ich schon an irgendetwas schuld bin, dann werde ich zumindest die Sprache erlernen“. Über das Arbeitsamt erfuhr sie, dass in Graz eine Stelle als Verkäuferin frei ist, und bewarb sich bei der Firma Koch am Hauptplatz in Graz. Dort blieb sie zweieinhalb Jahre und lernte eifrig die deutsche Sprache. Mit Bedauern und etwas mahnender Stimme bemerkte sie so nebenbei, „meine Cousinen und mein Bruder können bis heute kein Deutsch, ich habe die Sprache durch meine Arbeit gelernt“. Sie kehrte nach Marburg zurück und bekam eine Stelle bei Mladinska knjiga (Buch- und Papierwarenkette in Slowenien) in der Auslandsabteilung, und beendete nebenbei die Mittelschule in Abendkursen. Ihre Zweisprachigkeit – und nicht nur – machten sie im Geschäft sehr begehrlich… Obwohl sie recht spät von ihrer deutschen Herkunft erfuhr, verspürte sie eine gewisse Zugehörigkeit zu dieser Kultur und Sprache und mit Nachdruck betont sie: „Es stört mich sehr, dass Menschen deutscher Herkunft mit den Ereignissen der Jahre zwischen 1941 und 1945 gleichgesetzt werden, ganz als ob diese Region – Slowenien – nur auf diese eine Zeitspanne zurückblicken kann. Die Deutschen waren schon im VIII. Jahrhundert hier und schufen mit den Slowenen einen gemeinsamen Kulturraum! Immer wenn heute von der Geschichte der Stadt Maribor/Marburg die Rede ist, werden die Deutschen einfach ausgelassen. Noch im Jahr 1919 sprachen 80 % der Bevölkerung in Marburg deutsch. Angesichts dessen ist die Behauptung verwunderlich, dass wir in Slowenien nicht als Minderheit anerkannt werden können. Ich schätze, dass wir so viele sind wie die italienische Minderheit, zwischen 3.600 und 3.800…“.

Deutsch bericht 2024

KULTURNO DRUŠTVO NEMŠKO GOVOREČIH ŽENA “MOSTOVI” MARIBOR,

KULTURVEREIN DEUTSCHSPRACHIGE FRAUEN “BRÜCKEN”

 Ustanovljeno/Gegründet   01.12.2000    davčna štev./Steuer Nr. 31414389

Predsednica/Obfrau Veronika Haring 

E-Mail: kulturno.drustvo-mostovi@triera.net

Barvarska ulica 5, SI-2000 MARIBOR,

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