Beim anschießendem Podiumsgespräch sprachen unter der Moderation von Arnold Mettnitzer auch Künstler Manfred Bockelmann, Kulturwissenschaftlerin Alina Zeichen und Historikerin Marija Wakounig. Kurze Impulsvorträge gaben Eva Hartmann und Marjan Sturm, die für einen Dialog auf allen Ebenen appellierten.
Am Mittwoch eröffenete Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser den Kongress mit Schwerpunkt „Die Volksgruppen im Spiegel ihrer Zeitenwenden“ im Klagenfurter Konzerthaus und konnte unter zahlreichen Gästen und Delegationen von Volksgruppen auch über 100 Schüler aus fünf Kärntner Schulen begrüßen. Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser sprach sich gegen eine Repatriierung der Politik aus. „Blicken wir lieber auf ein zukünftiges Europa in Einheit“.
In einer Videobotschaft hob Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger u.a. die Bedeutung der Rechte der autochthonen Minderheiten hervor, auch im Hinblick auf die Menschenrechtspolitik.
Der in drei Teilen gestufte Kongresstag wurde vom Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes der Republik Österreich, Univ. Prof. DDr. Dr. h.c. Christoph Grabenwarter eröffnet und brachte dabei eingangs zum Ausdruck: „Der Schutz von Minderheiten, im speziellen der Volksgruppen, ist heute eine zentrale Aufgabe des Verfassungsgerichtshofes, die dieser unbeirrt von politischen Auseinandersetzungen wahrnimmt“. In seiner Rede betonte Dr. Grabenwarter weiter, dass die Passagen des heute 70 Jahre alten Staatsvertrages bereits nach dem Ersten Weltkrieg im Vertrag von Saint Germain Basis für Gesetze für den Minderheitenschutz gewesen seien. Er weiß wovon er spricht. Im Jahr 2005 war die Ortstafel-Frage eine seiner ersten Entscheidungen. Er schilderte die ganze Geschichte der Minderheiten-Problematik im Kärnten.
Den zweiten Teil zu „Minderheiten und Minderheitenschutz“ übernahmen fünf Vertreter einzelner Volksgruppen. Über die Deutschsprachigen in Südtirol sprach Katharina Crepaz, über Slowenen in Italien Martina Jazbec, die deutsche Sprachgruppe im Elsass stellte Jean Faivre und David Statnik über die Sorben in Deutschland. Jan Schaller zeigte die Situation der – leider nicht anerkannten – deutschsprachige Volksgruppe in Slowenien auf.
Den Abschluss bildete das Podium mit einer Darstellung der österreichischen autochthonen Volksgruppen. Zur slowenischen Volksgruppe sprach Bernard Sadovnik, zur kroatischen Volksgruppe Mag. Josef Buranits, zur ungarischen Volksgruppe und zur Volksgruppe der Sinti und Roma Mag. Dr. Gerhard Baumgartner. Die slowakische Volksgruppe erläuterte Ingrid Konrad, Karl Hanzl hat die tschechische Volksgruppe und ihr Schulwesen in Wien vorgestellt. Auf deren eigene Schule werden auch Kinder in der kroatischen und slowakischen Sprache unterrichtet.
Der Europäische Volksgruppen Kongress, wird vom Volksgruppenbüro des Landes Kärnten
mit dem Ziel und Bestreben organisiert, aktuelle europäische Volksgruppenthemen mit Fachbeiträgen nationaler und internationaler ReferentInnen zu beleuchten.
Es darf angemerkt werden, der Europäische Volksgruppenkongress hat nicht nur großen, sondern auch international anerkannten Wert erlangt.
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