10. TUGE GÖTTSCHEABARSCHEN KULTUR

Dolenjske Toplice – Am Donnerstag, dem 6. Juni, begannen in Dolenjske Toplice/Töplitz in Unterkrain die traditionellen 10. Kulturtage der  Gottscheer/ in Göttscheerisch 10. TUGE GÖTTSCHEABARSCHEN KULTUR, die von der Gemeinde Dolenjske Toplice in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gottscheer Altsiedler Verein unter der Schirmherrschaft des Kulturministeriums, mit einer nachmittäglichen Kochkurs – Herstellung von Pobolllitsa, einer speziellen Kuchen, das von den Gottscheern anlässlich von Festen und wichtigen Ereignissen zubereitet wird.

Die Eröffnungsfeier der 10. traditionellen Tage der Gottscheer Kultur fand am Abend im großen Saal des Kulturzentrums Dolenjske Toplice statt, und im Foyer wurde die Wanderausstellung „Ehemalige deutsche Sprachinsel in Gottschee“ von Dr. Mitja Ferenc eröffnet.

Die Gottscheer sind eine deutschsprachige Volksgruppe, die auf der deutschsprachigen Insel lebte und immer noch lebt. Die Insel war einst 860 km2 groß, umfasste 177 Dörfer und beherbergte 28.000 Menschen.

Die Deutschen in Gottschee wurden in den ersten drei Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts von den Grafen von Ortenburg aus Oberkärnten und Osttirol in Gottscheer Wald angesiedelt und lebten dort bis zu ihrer Pflichtauswanderung im Jahr 1941 in die Region Untersteiermark, neben Fluss Sawe.   Nur einige Hundert konnten sich der Zwangsumsiedlung entziehen. Die meisten von ihnen blieben im Mosche Tal und in Pöllandl.  Nach dem Zweiten Weltkrieg verließen fast alle umgesiedelten Gottscheer das damals neu entstandene Jugoslawien, entweder zwangsweise oder freiwillig. „Die Nachkommen, die heute in diesem Gebiet leben, verdienen es, dass ihre historische Siedlung als Tradition erhalten bleibt, und so hat unser Verein seit seiner Gründung im Jahr 1992 die grundlegende Aufgabe übernommen, die Identität der deutschsprachigen Gottscheer mit ihre Altdeutsch Sprache zu bewahren“, sagte Primož Primec, Vorsitzender des Gottscheer Altsiedler Vereines der seinen Sitz in Občice/Krapflern hat, wo sich auch ein Museum ihrer Kultur befindet.

Bei der Eröffnungszeremonie der Jubiläumstage der Gottscheer Kultur sprach zu den anwesenden zuerst Urška Kop, die seit ihrer Kindheit Mitglied des Vereines ist und derzeit auch die Obfrau des Verbandes der Kulturvereine der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien ist. Sie sagte, sie fühle sich sehr geehrt und sei stolz darauf, dass die Gemeinde Dolenjske Toplice, die auch der Ideengeber dieser Tage ist, die Erhaltung der Gottscheer-Kultur und der Gottscheer-Sprache so stark unterstützt und auch finanziell fördert. Sie dankte auch dem Kulturministerium für seine Unterstützung, dass damit ihre Bemühungen anerkannt hat, und der österreichischen Botschaft, die den Vereinen in Slowenien finanziell und moralisch zur Seite steht.

Der Bürgermeister von Toplice, Herr Franc Vovk, wies darauf hin, dass der Verein der Gottscheer Altsiedler Verein eine sehr wichtige Rolle spielt, vor allem in der heutigen Zeit, in der wir von einem Europa der Nationen und von Multikulturalität sprechen, „und dass sie uns, auch durch die Kulturtage der Gottscheer, an bestimmte frühere Lebensweisen und Bräuche erinnern, die in diesen Orten üblich waren“.

Die österreichische Botschafterin in Slowenien, Mag. Elisabeth Ellison-Kramer rief unter anderem dazu auf, „mit Selbstvertrauen und Stolz die Gottscheerische Sprache zu sprechen, die etwas Besonderes ist, und damit jeder weiß, dass nicht nur einige wenige von Ihnen sie noch sprechen, sondern viele von Ihnen. Ich freue mich auch, dass Sie in diesem Jahr das Veranstaltungsprogramm zweisprachig, Slowenisch-Gottscheerisch, vorbereitet haben, denn durch diese Förderung wir die Sprache nicht aussterben. Österreich und unsere Botschaft sind gerne bereit, Sie dabei zu unterstützen.“

Die dreisprachige Wanderausstellung mit dem Titel „Die ehemalige deutsche Sprachinsel in Kočevje“ wurde von ihrem Autor, Dr. Mitja Ferenc, vorgestellt: „1993 wurde mir nach mehrjährigem Sammeln und Studieren von Material die Möglichkeit geboten, die Ausstellung über deutsch Gottschee in der Burg Cekin in Ljubljana zu organisieren. Das verlorene Kulturerbe der Gottscher-Deutschen vorzustellen. Diese Ausstellung wurde dann 2014 in erweiterter Form in den Räumen des Regionalmuseums in Kočevje/Gottschee gezeigt und ist noch immer zu sehen.“ Vor 17 Jahren schlug das Museumsteam unter der Leitung des damaligen Direktors Ivan Kordiš jedoch vor, eine weitere tragbare Plakatwand aufzustellen, um die Geschichte der Gottscheer auch an anderen Orten präsentieren zu können. „Und so entstand diese kleine Wanderausstellung, die vor 17 Jahren in Wien zum ersten Mal präsentiert wurde.“

Die Plakatwände zeigen die ganze Tragik dieser grausamen Geschichte des ehemaligen deutschsprachigen Insel Gottschee, das sich über 800 Quadratkilometer erstreckte, sagte er. „Um es mit ein paar Zahlen zu verdeutlichen: Von den 177 Dörfern existieren mehr als 100 nicht mehr, sie sind vom Wald überwuchert, von den 123 Kirchen sind 95 zerstört oder verfallen, von den 400 Kapellen und Gedenksteinen konnten wir nur ein Zehntel finden, und von den 38 ehemaligen Friedhöfen sind die meisten abgerissen worden, die Grabsteine der Gottscheer-Deutschen entfernt. Aber zumindest sind die Friedhöfe – die wenigen, die noch vorhanden sind – noch heute zeugen von dieser Geschichte und dem kulturellen Erbe, das es heute leider nicht mehr gibt. die vorhandenen Grabsteine bezeugen, dass hier 600 Jahre lang eine deutsche Minderheit gelebt hat“, erklärte er und fügte hinzu, dass man nun zumindest versuche, dieses verlorene kulturelle Erbe durch Ausstellungen, Bücher und andere Mittel zu zeigen und so die Erinnerung an das wichtige kulturelle Erbe dieses Gebiets in Slowenien zu bewahren.

Die Eröffnungsfeier wurde durch den Auftritt der Gesangsgruppe und der Kinderfolkloregruppe des Gottscheer Altsiedlers Vereins bereichert, sowie durch die Kinderfolkloregruppe der Grundschule aus Semič/Semitsch und die Schüler der Grundschule Dolenjske Toplice, Eneja und Tilen Sepaher.

Ein reichhaltiges Programm der 10. Tage der Gottscheer Kultur

In den folgenden drei Tagen bis Sonntag fanden zahlreiche weitere Veranstaltungen aller Art statt. Am Freitagabend wurde im Museum des Gottscheer  Altsiedler Vereins in Občice/Krapflern  Filme über die Gottscheer  gezeigt, bei dem  Herr Herman Leustek das gesamte Filmarchiv der Gottschee Digital in Österreich über die Gottscheer präsentierte. In Österreich leben nämlich viele ausgesiedelte deutsch Gottscheer in Kärnten.

Am Samstag begann schon früh das Gemälde Ex-Tempore 2024, und um 9:00 Uhr hielt Mihael Petrovič Jr. im August-Schauer-Saal in Kočevske  Poljane/Pöllandl einen Vortrag, in dem er drei Geschichten über Gottscheer vorstellte, darunter eine über den Piloten und Flugzeugbauer Hans Ramor.

Besonders feierlich wurde es wenig später, um 11:00 Uhr, in der nahe gelegenen Pfarrkirche St. Andreas in   Kočevske  Poljane/Pöllandl, als der Bischof von Novo mesto/Rudolfswerth, Dr. Andrej Saje, die zweisprachigen Messe zelebrierte. Die feierliche Atmosphäre wurde durch den Kammerchor Hugo Wolf aus Maribor/Marburg noch bekräftigt, weil die während der Messe einige dem Anlass entsprechende geistliche Lieder sangen.

Fröhlicher ging es am Samstagnachmittag, ebenfalls in Kočevske Poljane/ Pöllandl, beim Gartenfest zu, wo die Musiker Topliška pomlad die Anwesenden unterhielt und die Mitglieder des Gottscheer Altsiedler Vereins natürlich noch einige weitere kulturelle Beiträge vorbereitet hatten. Die Kinder Gesangs-Folkloregruppen des Vereins, die Folkloregruppe Izvir und die Volkssänger Rožce und Cantate Domino aus Kočevje/Gottschee traten auf

Am letzten Tag, dem Sonntagmorgen, fand eine Buchpräsentation des Ehepaars Riedl statt, das ein 1000-seitiges Buch „Gottschee lebt “ gedruckt hat, ein richtiges Lexikon über die deutschen in Gottschee. Anschließend besuchten sie die Ruinen der Dörfer Stari Tabor/ Alttabor und Novi Tabor/ Neutabor und zum Schluss der zehnten Gottschee Kulturrage machten die anwesenden noch einer Führung durch das Museum des Gottscheer Altsiedler Verein in Občice/Krapflern, der natürlich auch andere Besucher einlädt.

Potujočo trojezično razstavo pod naslovom  »Nekdanji nemški jezikovni  otok   na Kočevskem« je predstavil njen avtor dr. Mitja Ferenc: »Leta 1993 se mi je ponudila priložnost, da sem v Ljubljani v Cekinovem gradu po nekaj letnem zbiranju in preučevanju gradiva pripravil razstavo Kočevska. Izgubljena kulturna dediščina kočevskih Nemcev, ki je v spremenjeni obliki potem od leta 2014 bila predstavljena in še vedno je v prostorih Pokrajinskega muzeja v Kočevju.« Pred 17 leti pa je ekipa muzeja pod vodstvom tedanjega direktorja Ivana Kordiša predlagala, da bi uredili še nekaj prenosljivih panojev, ki bi omogočili predstavitev kočevarske zgodovine tudi v drugih krajih. »In tako je nastala ta majhna potujoča  razstava, ki je bila pravzaprav v nekem smislu prvič predstavljena na Dunaju pred 17 leti.«

Na panojih je, kot je dejal, prikazana pravzaprav vsa tragika te krute zgodovine nekdanjega nemškega jezikovnega območja na Kočevskem, ki je merilo preko 800 kvadratnih kilomerov. »Če ponazorim samo z nekaj številkami: od 177 vasi jih več kot 100 ne obstaja več, prerasel jih je gozd, od 123 cerkva jih je 95 uničenih ali v ruševinah, od 400 kapelic in znamenj smo jih uspeli najti le eno desetino ter od 38 nekdanjih  pokopališč je večina bila zravnanih z zemljo ali pa so bili  nagrobniki Kočevskih Nemcev  v nemščini odstranjeni. Ampak kljub temu, vsaj pokopališča – tista redka, ki so ostala – označujejo to zgodovino in kulturno dediščino, ki je danes žal ni več, nagrobniki pričajo, da je tukaj 600 let živela nemška manjšina,« je orisal in dodal, da sedaj  to izginulo kulturno dediščino poskušajo prikazati vsaj z razstavami, knjigami in drugimi pripomočki in s tem ohranjamo   spomin na pomembno kulturno dediščino tega območje v Sloveniji.

Slovesnost so z nastopom obogatili pevska skupina in otroška folklorna skupina Društva Kočevarjev staroselcev, slednja se je prvič predstavila javnosti, otroška folklorna skupina OŠ Belokranjskega odreda Semič ter učenca osnovne šole Dolenjske Toplice Eneja in Tilen Sepaher.

 

Bogat program 10. dnevov kočevarske kulture

V naslednjih treh  dneh do nedelje so se  zvrstili še številni raznovrstni dogodki. Tako so v petek zvečer v Muzeju Društva Kočevarjev staroselcev v Občicah pripravili filmski večer o Kočevarjih, kjer je Herman Leustek predstavil celoten arhiv filmov o Kočevarjih, ki jih hrani  Gottschee Digital v Avstriji. V Avstriji na Koroškem namreč živi veliko izseljenih nemških Kočevarjev.

V soboto  so že navsezgodaj pričeli  slikarski ex-tempore Dolenjske Toplice 2024, ob 9. uri pa je imel v dvorani Augusta Schaura v Kočevskih Poljanah predavanje  Mihael Petrovič mlajši, ki je predstavil tri zgodbe Kočevarjev, med drugim o pilotu in graditelju letal Hansu Ramorju.

Posebej svečano je bilo nekoliko pozneje, ob 11. uri v bližnji  župnijski cerkvi  Sv. Andreja  v Kočevskih Poljanah, saj je dvojezično mašo vodil  novomeški škof dr. Andrej Saje. Svečano vzdušje je popestril še komorni zbor Hugo Wolf iz Maribora, ki je med samo mašo zapel nekaj  sakralnih pesmi, primernih temu dogodku.

Bolj veselo je bilo potem v soboto popoldne, prav tako v Kočevskih Poljanah na vrtni veselici, kjer je prisotne zabaval ansambel Topliški fantje, seveda pa so člani Društva Kočevarjev staroselcev pripravili še nekaj kulturnih točk. Nastopili so pevska, otroška in folklorna skupina Društva Kočevarjev staroselcev, folklorna skupina Izvir in ljudske pevke Rožce ter Cantate Domino iz Kočevja.

Zadnji dan, v nedeljo so že dopoldne pripravili predstavitev knjige  zakoncev Riedl, ki sta natisnila 1000 stransko knjigo  »Gottschee lebt – Kočevje še živi«, skoraj pravi leksikon o nemških Kočevarjih. V živo so si potem ogledali še ruševine vasi  Stari Tabor in Novi Tabor in zaključili deseto srečanje z vodenim ogledom muzeja Društva Kočevarjev staroselcev v Občicah 9, ki seveda vabi na ogled tudi druge obiskovalce.

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