Viertägiger Besuch aus Berlin

       Die in Slowenien noch immer nicht anerkannte deutschsprachige Minderheit hat in den letzten Jahren enge Kontakte zu Deutschland geknüpft, sowohl zum Bundesland Bayern als auch zur Hauptstadt Berlin, sowie zu offiziellen staatlichen Institutionen; Die staatliche Stiftung Verbundenheit, die sich um deutsche Minderheiten kümmert, hat uns unter ihre schirmherschaft genommen. Interessant ist, dass wir aus Deutschland nicht nur finanzielle Unterstützung für unsere Arbeit erhalten, sondern dass ihre Beratung, ihre Hilfe bei der Organisation und ihre Hinweise für eine bessere Arbeit vielleicht sogar noch wichtiger sind, was sich in fast monatlichen Videokonferenzen mit Berlin zeigt. All diese deutschen Experten für Minderheitenpolitik wundern sich, dass die deutschsprachige Minderheit in Slowenien nicht offiziell anerkannt ist, da alle 24 deutschen Minderheiten in Osteuropa und Asien, für die sich die Stiftung Verbundenheit einsetzt, offiziell anerkannt sind.

. Besuch in Krapflern, von links nach rechts Hans Jaklitsch, Sebastian Klappert, Angelika Münz, Urška Kop, Jan Schaller, Gotscheer-Folkloristen Par und rechts Martin Valchanov
Abstall:, von links Ivan Rihtarič, Angelika Münz, Sebastian Klappert und Jan Schaller
Marburg, von links Aleš Marčič, Sebastian Klappert, Petra Haring, Angelika Münz, Jan Schaller
Bischoflack: von links Martin Valchanov, Karel Omachen, Angelika Münz, Sebastian Klappert und Jan Schaller
Kronau: Gruppenfoto mit den Mitgliedern des Vereins in Kronau
Zum Abschluss besuchten wir noch den Jasna-See in Kronau, links Zala Lavttizar-Zerjav, Gastbeberin

Bislang haben uns bereits einige offizielle Delegationen aus Deutschland besucht, um sich über unsere ungeklärte Situation in Slowenien zu informieren. Ende Mai dieses Jahres kam so eine Delegation des deutschen Bundesinnenministeriums, Sektor Demokratie, Abteilung Deutsche Minderheiten, aus Berlin zu einem mehrtägigen Besuch nach Slowenien. Die dreiköpfige Delegation wurde von Dr. Sebastian Klappert, dem Abteilungsleiter, geleitet; begleitet wurde er von Martin Valchanov und Angelika Münz, die beide der deutschen Minderheit angehören und derzeit in Deutschland leben.

Ziel des Besuchs war es, Vereine der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien zu besuchen und mit dem Dachverband, der diese Vereine vereint, zu sprechen, um herauszufinden, wie sie in der Praxis arbeiten und mit welchen Problemen sie bei ihrer Arbeit konfrontiert sind.

Der Besuch in Slowenien begann recht feierlich, da die Delegation am Freitagabend an der bereits traditionellen Veranstaltung in der Gemeinde Dolenjske Toplice teilnahm, die jedes Jahr von Gottscheer Altsiedler Verein unter dem Motto „Wir singen mit den Gottscheern“, dieses Jahr in den restaurierten Ruinen der Burg in Soteska veranstaltet wird.. Mehr über diese Veranstaltung können Sie im nebenstehenden Beitrag lesen.

B     ereits am nächsten Morgen traf sich die deutsche Delegation mit der Obfrau des Verbandes der Kulturvereine der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien, Urška Kop, und dem Vorsitzenden des Gottscheer Altsiedler Vereins, der von Primož Primec geleitet wird. In den Räumlichkeiten des Vereins in Krapflern/Občice besichtigten die Gäste nach den offiziellen Gesprächen noch das renovierte Gottscheer -Museum, das sich im Vereinsgebäude befindet.

Es folgte eine Reise ans andere Ende Sloweniens nach Abstall/Apače, wo die Gäste eine Ausstellung zum 80. Jahrestag der gewaltsamen Vertreibung der deutschsprachigen Bewohner des Abstaller-Feldes besichtigten, die ihnen vom Vereinsvorsitzenden Ddr. Ivan Rihtarič vorgestellt wurde. Auf dem Weg nach Maribor besichtigten sie unterwegs noch die Ruinen des ehemaligen Meinl-Schlosses Freudenau in Schirmdorf/ Črnci.

In Marburg/Maribor trafen sie sich mit der Führung des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen „Brücken“, die ihre 26-jährige Arbeit vorstellte und dabei besonders den Kammerchor „Hugo Wolf“ hervorhob, der durch die Musik die Mehrheit und die Minderheit am besten miteinander verbindet. Es blieb nur noch Zeit für einen kurzen Rundgang durch die Altstadt von Marburg und einen Besuch der alten Rebe am Lent.

Am dritten Tag des Besuches, einem Sonntag, brachen wir schon früh morgens von Marburg/Maribor in Richtung Kraingebiet/Gorenjska auf, zuerst nach Bischoflack/Škofja Loka zum Karel Omachen, der den Deutsch-Keltischen Geschichtsverein von Bischoflack in Trnje leitet. Doch schon bald eilten wir weiter in die nahegelegene Kronau/Kranjska Gora, wo uns eine recht große Gruppe junger Menschen erwartete, die im Kulturverein Chrainow 1326 aktiv sind. Dies war für die Mitglieder der deutschen Delegation eine besondere Überraschung, da ihre Arbeit vor allem auf der Unterstützung junger Menschen, dem Erlernen der deutschen Sprache und dem Kennenlernen der deutschen Kultur basiert.

Am Montagvormittag, vor dem Rückflug nach Berlin, nutzte die deutsche Delegation noch die Gelegenheit für ein Gespräch in der deutschen Botschaft in Laibach/Ljubljana, damit die Zusammenarbeit in Zukunft noch fruchtbarer und verbindender wird.

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