Prüfbericht des Europarates zerpflückt Sloweniens Sprachpolitik

Slowenien erfült seine Pflichten gegenüber der deutschprachigen Minderheit in keine Weisse.

Sechster Bericht des Expertenausschusses und seine Empfehlungen zur Anwendung der Charta in Slowenien, angenommen am 19. März 2025 – in Englisch und Französisch auf 45 Seiten

Wir alle sprachbewussten Menschen und vor allem die politischen Verantwortungstr’ager wissen, überlebt eine Minderheitensprache nur dann, wenn die auch im »externen« Alltag und nicht nur zu Hause verwendet werden darf. Aus diesem grund verpflihtet die Europäische Charta der Regional odr Minderheitensprachen ihre Vertragsstaaten, den Gebrauch ihrer Minderheitensprachen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens aktiv zu fördern: in den Schulen, Gerichten, der Verwaltung, den Medien, der Kultur, im wirtschaftlichen und socialen Leben und bei der grezüberschreitenden Zusammenarbeit.

Der Sachverständigenausschuss der Charta der Regional- oder Minderheitensprache veröffentlichte nun im Juni 2025 einen Prüfbericht zur Situation der Alt-Österreicher und ihrer deutschen Muttersprache in Slowenien der es in sich hat. Der Sachverständigenausschuss des Prüfberichts anerkennt ausdrücklich, »das in Slowenien traditionell Deutsch gesprochen wird.« und »die meisten Sprecher heute in den Gebieten Maribor, Apače, Celje, Kočevje, sowie Ljubljana leben.«

Jedoch »bedauert« der Sachverständigenausschuss, beinach schon resignierend, »dass mehr als zwanzig Jahre nach Inkrafttreten der Charta für Slowenien« hinsichtlich der detuschen Minderheit und ihrer Sprache »keine Fortschritte«erzielt wurden.

Die Verbände der Deutschsprachigen bemühen sich zwar, so der Prüfbericht, »die deutsche Sprache und Kultur in slowenien lebendig zu halten« indem lkulturelle Aktivitäten, Sprachkurse und sommercamps u.a in Marburg/Maribor und der Region Gottschee/Kočevje angeboten werden. Um den Betrieb der ö aber langfriestig zu gewährleisten, seien jedoch »die Gewährungs zweckgebundener dauerhafter Mittel erforderlich«, so der Sachverständigenausschuss.

Der Bericht nennt aufschlussreich die staatlichen Förderungen, die flossen. »Die slowenischen Behörden kofinanzieren zwar Vereinsprojekte, alerdings nur in unzureichender Höhe«, so der Prüfbericht. Beispielsweise waren für das Jahr 2024 rund 60.000 € vorgesehen.

Obwohl Projekte im Gesamtwert von 144.000 € eingereihct wurden, wurden nur 38.000 € für Projekte vergeben, die sich zehn Verbände der Deutschsprachigen teilen mussten.

Darüber hinaus resümieren die Sachverständigen, ist in slowenien »im öffentlichen Leben, auch in den Medien die Sprache Deutsch kaum vorhanden«. In den Gebieten, in denen traditinell Deutsch gesprochen wird, bedürfte es daher Sendungen in deutscher Sprache im lokalen Radio und Fernsehen. Das würde dazu beitragen, »das Bewusssein für die traditionelle Präsenz der deutschen Sprache in slowenien zu stärken«. Aber offenbar ist genau das von offizieller Seite nicht erwünscht.

Die nachhaltige Ignoranz Sloweniens, was die Charta Verplichtungen gegenüber der altösterreichischen Minderheit und ihren deutschen Muttersprache betrifft, zeigt sich darin, dass im Prüfbericht ernüchternd nachzulesen ist:«Im slowenischen Bildungssystem gibt es kein geeignetes Model für den Deutschuntericht als Minderheitensprache. Deutsch wird als fremdsprache oder im Ergänzungsuntericht unterrichtet. Diese Modelle erfülln nicht die Anfoorderungen der Charta für den Untericht von Regional- oder Minderheitensprache«.

Auch die Verbände der Deutschsprachigen werden von offizieller Slowenischer Seite weitgehend ignoriert, was der Prüfbericht derart schildert:« Verbände deutschprachiger Menschen betreiben eine aktive grezüberschreitende Zusammenarbeit, es ist jedoch unklar, wie die Behörden dies unterstützen. Die Arbeitspruppe für den dialog mit den Deutschsprachigen die zweimal jährlich tagt, bespricht mit den Deutschsprachigen nicht den antrag auf Anerkennung des Sprache als traditionelle Minderheitensprache und die Umsetzung der Charta, da die Behörden der ansicht sind, dass diese Themen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Arbeitsgruppe fallen. Auch hinsochtlich des Wunsches nach zweisprachigem Kindergartenuntericht, der in einem der ersten Treffen im Jahr 2021 geäussert wurde, wurden keine Fortschritte erzielt, da die Behörden der Ansicht sind, dass ein solcher Vorschlag einen Rechtsgrundlage entbehrt.«

Die deutschsprachigen Verbändevertreter haben sich, so der Prüfbericht , beim Ombudsmann Slowenines über ihre Situation beschwert, unter anderem auch über die mangelnde Anwendun der Charta. Der Prüfbericht aus Strassburg lässt den niederschmetternden Befung zu, dass die deutschsprachigen Altösterreicher in slowenien von Staatswegen unerwünscht, finanziell ausghungert, behördlich ignoriert und sstematisch totgeschwiegen werden.

von Ernst Brandl,
veröffentlicht in Wochenzeitung ZUR ZEIT

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